Besuch der Delegation aus Ruanda

Der Sparkassenverband Baden-Württemberg hat am 27. November 2018 eine Delegation aus Ruanda im Rahmen der Kooperation des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg mit der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation e.V. empfangen.

Die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation ist seit 2008 in Ruanda mit verschiedenen Projekten zur Weiterentwicklung des Mikrofinanzsektors und zur Verbesserung der beruflichen Bildung im kaufmännischen Bereich tätig. Seit 2015 unterstützt die Sparkassenstiftung eine Initiative der ruandischen Regierung, einen Teil des Mikrofinanzsektors zu professionalisieren. Noch vor 10 Jahren war der größte Teil der ruandischen Bevölkerung vom informellen und formellen Finanzsektor ausgeschlossen. Zwar bestanden bereits Mikrofinanzinstitute, diese unterhielten ihre Niederlassungen jedoch ausschließlich in den größeren Städten des Landes. Die ruandische Regierung initiierte als Reaktion auf diesen Zustand im Jahre 2009 die Gründung von sogenannten Umurenge-SACCOs: in jedem der 416 Sektoren („Umurenge“) des Landes wurde eine genossenschaftlich organisierte Mikrofinanzinstitution (Savings and Credit Cooperative; SACCO) gegründet. 2011 hatten alle Umurenge SACCOs ihren Betrieb aufgenommen. Damit wurde erreicht, dass heute 89% der ruandischen Bevölkerung finanziell inkludiert sind. 90% aller Ruander leben heute nicht weiter als max. 5 km von einem Institut des formalen Finanzsektors entfernt. Mit über 3,7 Millionen Konten bei Mikrofinanzinstituten (inkl. der Umurenge-SACCOS) hat heute mehr als jeder zweite Ruander über 16 Jahre ein Konto. Der Großteil der Umurenge SACCOs ist Mitglied bei dem Dachverband des ruandischen Mikrofinanzsektors AMIR (Association of Microfinance Institutions in Rwanda), der Beratungs- und Serviceleistungen anbietet und Lobbyarbeit für den Sektor übernimmt. AMIR betreibt gemeinsam mit zwei anderen Organisationen ferner eine Weiterbildungseinrichtung für Kaufleute, u.a. für den Mikrofinanzbereich.

Die im Rahmen der Reise gewonnenen Erkenntnisse sollen die Vertreter der ruandischen Regierung und Behörden, die mit der Professionalisierung des SACCO-Sektors betraut sind, helfen, ein klares Zielbild von der Zukunft des SACCO-Sektors zu gewinnen. Die Beratungsimpulse, die die Sparkassenstiftung vor Ort in Kigali setzt, sind aus den Erfahrungen der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe abgeleitet und lassen sich für die ruandischen Partner deutlich besser nachvollziehen, wenn diese das Modell der SKO einmal selbst gesehen und erlebt haben. Im Rahmen der Studienreise besuchen die ruandischen Gäste neben dem Sparkassenverband Baden-Württemberg auch die Sparkasse Heidelberg, die LBBW, die Finanz Informatik sowie die Bundesbank und BaFin.

Neben Vorträgen zur Sparkassenorganisation und des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg, zum Dualen Ausbildungssystem und den Qualifizierungsmöglichkeiten der Sparkassenakademie sowie zu den Aufgaben der Prüfungsstelle rundete eine gemeinsame Führung durch das Akademiegebäude den interessanten und konstruktiven Delegationsbesuch ab.
 

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