Die Geschichte

Bildung findet nicht im luftleeren Raum statt. Sie ist wie vieles andere auch ein Kind ihrer Zeit. Dies gilt auch für die Arbeit der Sparkassenakademie, die sich den wandelnden historischen Herausforderungen stellen musste.

Die Entwicklung der Sparkassenschulen in Baden und Württemberg läuft in weiten Teilen parallel. Selbst die zentralen Neubauten in Rastatt und Neuhausen werden in den 1970er Jahren nahezu parallel bezogen – ebenso wird die Erweiterung der jeweiligen Gebäude fast gleichzeitig abgeschlossen.

In der folgenden Übersicht sind wichtige badische und württembergische Meilensteine zusammengestellt – dabei sind die badischen Meilensteine kursiv dargestellt.

2020-2010

2015

Start des neuen Beratungsangebotes der Sparkassenakademie in den Themenfeldern Organisationsentwicklung und Personalmanagement.

2014

Eröffnung des Neubaus der Sparkassenakademie in Stuttgart mit integriertem Tagungs- und Konferenzzentrum.

2013/2014

Ende April 2013 wählt der Verbandsvorstand Frank Metzner zum neuen Akademiedirektor. Metzner, Jahrgang 1967, beginnt seine Tätigkeit am 1. Januar 2014. Als Akademiedirektor folgt er auf Dr. Karlheinz Becker, der nach 25 Jahren Akademieleitung zum 30. März 2014 in den Ruhestand wechselt.

ab 2012

Entwicklung des dualen Hochschulprogramms „Bachelor Select“ – ein Kooperationsprogramm der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe und der Sparkassenakademie Baden-Württemberg.

2011

Zur Bewältigung der demografischen Entwicklung werden neue Personalentwicklungs-Konzepte eingeführt.

2010

Nach intensiven Vorgesprächen beschließt die Verbandsversammlung am 29. Juni 2010 einen Neubau der Sparkassenakademie auf dem Gelände am Pariser Platz in Stuttgart.

2010-2000

2008

Zusammen mit der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe entwickelt die Sparkassenakademie das neue Personalentwicklungsprogramm „Bankbetriebswirt/-in (SBW) für Abiturienten und Bachelor of Science“.

ab 2007

Weitere Instrumente zur Auswahl und Beurteilung von Sparkassenmitarbeitern werden wissenschaftlich fundiert konzipiert und vermarktet.

ab 2006

Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Trainingsangeboten finden die von der Sparkassenakademie entwickelten Trainings- und Coachingkonzepte für Vertriebsmitarbeiter großes Interesse.
Sie bilden die Basis für die bundesweit zum Einsatz gebrachten Trainings- und Coachingkonzepte zur ganzheitlichen Beratung auf Grundlage der Sparkassen-Finanzkonzepte.

ab 2005

Die Studiengänge „Bankfachwirt/-in“ und „Bankbetriebswirt/-in“ werden auf ein „Blended-Learning-Konzept“ umgestellt mit einem internetbasierten Selbststudium und einem darauf aufbauenden Präsenzstudium.

ab 2001

Wegen nicht mehr ausreichender Wirtschaftlichkeit müssen einige Veranstaltungen, die zum Teil ein Jahrzehnt lang mit hohen Teilnehmerzahlen und bundesweiter Aufmerksamkeit stattgefunden haben, aus dem Leistungsprogramm der Akademie genommen werden. Dazu gehören zum Beispiel das Azubi-Forum (eine Großveranstaltung für Auszubildende aus Sparkassen und Verbundunternehmen), das High-Potential-Programm zur Vorbereitung für obere und oberste Führungsfunktionen sowie der Bankbetriebswirt/-in für Abiturienten.

Im Rahmen der Verbandsfusion werden auch die beiden Sparkassenakademien in Rastatt und Neuhausen zur „Sparkassenakademie Baden-Württemberg“ zusammengefasst. Die Leitung wird an die bisherigen Direktoren Dr. Manfred Michael und Dr. Karlheinz Becker übertragen. Nach der Pensionierung von Dr. Michael leitet Dr. Becker ab 2003 die Akademie allein.

2000

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Bild 1

Bild 1:
Konstituierende Verbandsversammlung des SVBW am 20. September 2000 in Villingen-Schwenningen

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Bild 2

Bild 2:
Das letzte eigenständige Jahresprogramm der Badischen Sparkassenakademie

2000-1980

1997

Die Württembergische Sparkassenakademie gewinnt den Deutschen Trainingspreis in Gold. Ausgezeichnet wird ein Qualifizierungskonzept für Finanz- und Vermögensberater.

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50 Jahre Bildungsarbeit: Am 1. Juli 1997 feierte der Württembergische Sparkassen- und Giroverband den 50. Geburtstag seiner Sparkassenakademie.

Foto 1 von links: Verbandsgeschäftsführer Michael Horn, der ehemalige Sparkassenpräsident Bruno Rühl, Sparkassenpräsident Heinrich Haasis, Akademieleiter Dr. Karlheinz Becker, die baden-württembergische Kultusministerin Dr. Annette Schavan, die früheren Akademieleiter Dr. Rolf Röhm und Walter Bürck, der Vorstandsvorsitzende der Sparkassen Versicherung, Manfred Haas, und der Vorstandsvorsitzende der LBS Württemberg, Günter Kreher

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Foto 2: Infotafel zum 50-jährigen Bestehen der Württembergischen Sparkassenakademie

1992

Fast gleichzeitig wird auch in Rastatt gebaut. Im Mai 1992 wird der Erweiterungsbau der Badischen Sparkassenakademie in Rastatt eingeweiht. Die Teilnehmerzahlen in Baden hatten sich – wie in Württemberg – vervielfacht. Daher wurde 1989 auch in Baden die Erweiterung der Akademie beschlossen.

Die Württembergische Sparkassenakademie profiliert sich als eignungsdiagnostisches Kompetenzzentrum der Sparkassen-Finanzgruppe.

1991

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Nach drei Jahren Planungs- und Bauzeit wird der Anbau der Akademie in Neuhausen im Juni 1991 unter anderem durch Wissenschaftsminister Klaus von Trotha eröffnet. Der Erweiterungsbau kostete nochmals 33 Millionen D-Mark.

Foto 1: Blick ins Foyer der Sparkassenakademie in Neuhausen

ab 1990

Der Sparkassen-Finanzgruppe in Sachsen wird Aufbauhilfe geleistet. Die Badische Sparkassenakademie und die Württembergische Sparkassenakademie helfen – ebenso wie die Prüfungsstellen und alle anderen Abteilungen der beiden Verbände. An beiden Akademien finden rund 1.000 Veranstaltungen mit über 15.000 Teilnehmern statt.

1984

Computerunterstützte Planspiele werden verstärkt in den Seminaren eingesetzt.

1980-1970

1978

Die Württembergische Sparkassenschule wird in „Württembergische Sparkassenakademie“ umbenannt.

1975

Bild 1
Bild 2

Die württembergische Sparkassenschule zieht in den Neubau in Neuhausen ein. Der Leitspruch lautet nunmehr: „Lehren, Lernen, Begegnen.“ Der Leitgedanke für den Neubau ist: Zukunftsorientiert, aber nicht zu aufwendig.

Im Schultrakt stehen zehn Lehrsäle und fünf Seminarräume zur Verfügung. In der Aula finden 300 Personen Platz. Darüber hinaus gibt es 175 Einzel- und Doppelzimmer. Die Mensa umfasst 250 Plätze. Die Kosten betragen 33 Millionen D-Mark.

Bild 1: Die neue Württembergische Sparkassenschule

Bild 2: Broschüre des Badischen Sparkassen- und Giroverbands

1974

Die badische Sparkassenakademie in Rastatt wird eröffnet. Danach wird das Haus viermal erweitert; zuletzt im Sommer 1999 der Speisesaal. Die Gesamtkosten für alle Bauabschnitte addieren sich auf 45 Millionen D-Mark. Es werden 26 Hörsäle mit 800 Lehrgangsplätzen, 107 Zimmer in zwei Internaten und ein Speisesaal mit 350 Plätzen geschaffen.

1972

Nachdem die Badische Sparkassenschule über Jahrzehnte an 18 verschiedenen Orten verteilt war, beginnt der Bau der zentralen „Badischen Sparkassenakademie“ in Rastatt.

1971

Die Württembergische Sparkassenschule zieht nach Neuhausen um, allerdings zunächst in das ehemalige Jesuitenkloster (heute Bundesschule des Technischen Hilfswerks).

1970-1950

1969

Aufgrund des Votums einer Sachverständigenkommission macht in Württemberg schließlich ein Grundstück am südlichen Ortsrandvon Neuhausen auf den Fildern das Rennen. Es wird das Gelände des früheren Jesuitenklosters in Neuhausen erworben.

1960

Die Württembergische Sparkassenschule zieht in den Neubau der Württembergischen Girozentrale in der Lautenschlagerstraße 2 in Stuttgart. Gleichzeitig gibt es erste Überlegungen, für die württembergische Sparkassenorganisation eine eigene Bildungsstätte zu errichten. Aufgrund der horrenden Stuttgarter Grundstückspreise wird die Idee, in der Landeshauptstadt zu bauen, allerdings bald fallen gelassen und die Suche im Umland beginnt.

Parallel dazu wird auch in Baden intensiv darüber nachgedacht, wo ein Neubau für eine zentrale Sparkassenschule entstehen könnte.

1957

Die Württembergische Sparkassenschule richtet in der Tagungsstätte Eberhardszell Einführungskurse für Sparkassenangestellte nach einem Berufswechsel ein. Diese Kurse werden dankbar aufgenommen, die Sparkassen sind angesichts des Fachkräftemangels über gut ausgebildete Umsteiger froh. In Lutzenburg werden „weibliche Anlernlinge und Anfangskontoristinnen“ in die Arbeit eingeführt und in Wiederholungskursen in ihrem Können gefördert.

1956

Mit der Wiedergründung des Badischen Sparkassen und Giroverbands beginnt auch sofort die Arbeit für eine einheitliche Aus- und Weiterbildung in den badischen Sparkassen. Eine zentrale Schule bleibt jedoch zunächst ein unerfüllbarer Traum – stattdessen findet der Unterricht auch in Baden an 18 verschiedenen Orten statt.

1950-1921

1949

Schon bald werden die Lehrlinge aus dem ganzen Verbreitungsgebiet in die Arbeit der Sparkassenschule einbezogen. Im CVJM Landheim Lutzenburg werden im ersten und im letzten Lehrjahr Kurse angeboten, in denen der relevante Lehrstoff für jeweils zwei bis vier Wochen wiederholt wird. In den Stuben des Landheimes stehen zweistöckige Militärbetten mit Strohsäcken, Spinden, Hocker und Tisch, oft für zwölf Mann auf engem Raum.

1947

Bild 1

Nach dem Krieg wird der Badische Sparkassen- und Giroverband in einen nord- und einen südbadischen Verband aufgeteilt. Dadurch entsteht auch keine einheitliche Ausbildung. Diese Trennung wird erst zum 1. April 1956 wieder aufgehoben.

Der Württembergische Sparkassen- und Giroverband greift den Plan einer eigenen Schule auf. Es herrscht große Personalnot, die unter anderem durch Kriegsverluste und Entnazifizierungsverfahren bedingt ist. Innerhalb von drei Monaten schaffen es die Gründerväter, darunter an führender Position Dr. Dr. Max Rehm, eine Satzung, Schul- und Prüfungsordnung aufzustellen und genehmigen zu lassen. Die Abschlüsse für den gehobenen Sparkassendienst werden als gleichwertig mit dem Prüfungszeugnis der Verwaltungsschule für den gehobenen Staatsdienst anerkannt. Schließlich müssen Lehrplan und Dozentenliste vom amerikanischen Kulturoffizier Oberst Berry genehmigt werden.

Am 1. Juli 1947 beginnt der erste Hauptlehrgang mit 42 Teilnehmern und 400 Unterrichtsstunden in Ludwigsburg, da im schwer zerstörten Stuttgart kein Unterrichtsraum zu finden war. Abgeschlossen wird der Hauptlehrgang mit einer Prüfung für den gehobenen Sparkassendienst.

Bild 1: Schreiben des ersten Leiters der Württembergischen Sparkassenschule, Dr. Dr. Max Rehm

1935

Pläne, eine württembergische Sparkassenschule zu gründen, scheitern an politischen Widerständen. Die Nationalsozialisten lassen nur zentralisierte Lehrinstitute in Hannover und Berlin zu.

1930

Der Badische Sparkassen- und Giroverband bietet zum ersten Mal eine badische Sparkassenobersekretärprüfung an.

1928

Die Württembergische Verwaltungsakademie stellt ab Wintersemester 1928/29 einen „Systematischen Lehrplan für Sparkassenbeamte“ auf.

1921

Das Lehrfach „Sparkassenwesen“ wird in den staatlichen Unterrichtskurs für Verwaltungskandidaten (später höhere Verwaltungsschule) aufgenommen – auf Anregung des Württembergischen Sparkassen- und Giroverbands.